Die 6 Berechnungsmodelle

So unterschiedlich wird berechnet

Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts haben die Länder eigene Modelle entwickelt.

Bundesmodell

Das wertabhängige Modell des Bundes. Grundstückswert, Gebäudewert und Mietniveau fließen ein.

BE, BB, HB, MV, NW, RP, ST, SH, TH + SN, SL (mod.)

Bodenwertmodell

Baden-Württembergs Sonderweg: Nur Grundstücksfläche und Bodenrichtwert zählen. Gebäude spielen keine Rolle.

BW

Flächenmodell

Bayerns wertunabhängiges Modell: Nur Grundstücks- und Gebäudeflächen bestimmen die Steuer.

BY

Wohnlagemodell

Hamburg ergänzt das Flächenmodell um einen Wohnlagen-Faktor: normale vs. gute Wohnlage.

HH

Flächen-Faktor-Modell

Hessens Variante: Flächenmodell mit einem Faktor basierend auf dem Bodenrichtwert (Exponent 0,3).

HE

Fläche-Lage-Modell

Niedersachsens Ansatz: Sehr ähnlich wie Hessen, mit einem Lage-Faktor statt Flächen-Faktor.

NI
Vergleichstabelle

Steuermesszahlen im Überblick

Die Steuermesszahl bestimmt, wie viel vom Grundsteuerwert tatsächlich besteuert wird.

Bundesland Modell Wohnen Nichtwohnen Besonderheiten
BW Baden-Württemberg Bodenwertmodell 0,91 ‰ 1,30 ‰ Nur Bodenwert zählt (Gebäude irrelevant). 30% Abschlag für Wohnnutzung.
BY Bayern Flächenmodell 0,70 ‰ 1,00 ‰ Wertunabhängig. Äquivalenzbeträge: Boden 0,04€/m², Gebäude 0,50€/m². Messzahl Wo...
BE Berlin Bundesmodell 0,31 ‰ 0,45 ‰ Modifiziertes Bundesmodell. Höhere Messzahl für Nichtwohngrundstücke (0,45‰).
BB Brandenburg Bundesmodell 0,31 ‰ 0,34 ‰
HB Bremen Bundesmodell 0,31 ‰ 0,75 ‰ Höchste Nichtwohn-Messzahl aller Bundesländer (0,75‰).
HH Hamburg Wohnlagemodell 0,70 ‰ 1,00 ‰ Wohnlage-abhängig: Normal 52,5%, gute Lage 70%.
HE Hessen Flächen-Faktor 0,70 ‰ 1,00 ‰ Lage-Faktor: (BRW / 500)^0,3. Äquivalenzbeträge wie Bayern.
MV Mecklenburg-Vorpommern Bundesmodell 0,31 ‰ 0,34 ‰
NI Niedersachsen Fläche-Lage 0,70 ‰ 1,00 ‰ Fläche-Lage-Faktor ähnlich Hessen. Äquivalenzbeträge wie Bayern.
NW Nordrhein-Westfalen Bundesmodell 0,31 ‰ 0,34 ‰
RP Rheinland-Pfalz Bundesmodell 0,31 ‰ 0,34 ‰
SL Saarland Bundesmodell 0,34 ‰ 0,64 ‰ Modifiziertes Bundesmodell mit erhöhten Messzahlen.
SN Sachsen Bundesmodell 0,36 ‰ 0,72 ‰ Modifiziertes Bundesmodell. Messzahl Wohnen 0,36‰, Nichtwohnen 0,72‰.
ST Sachsen-Anhalt Bundesmodell 0,31 ‰ 0,34 ‰
SH Schleswig-Holstein Bundesmodell 0,31 ‰ 0,34 ‰
TH Thüringen Bundesmodell 0,31 ‰ 0,34 ‰ Modifiziertes Bundesmodell. Übergangsweise bis 2026.
Häufige Fragen

Fragen zu den Bundesland-Modellen

Warum gibt es verschiedene Grundsteuer-Modelle?

Das Bundesverfassungsgericht erklärte 2018 die alte Grundsteuer für verfassungswidrig. Der Bund verabschiedete ein neues Bundesmodell, gab den Ländern aber durch eine Öffnungsklausel die Möglichkeit, eigene Modelle zu entwickeln. Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg, Hessen und Niedersachsen nutzen diese Klausel.

Welches Modell ist am günstigsten?

Das lässt sich pauschal nicht sagen. Es hängt von Ihrem Grundstück, der Lage und der Nutzung ab. Generell gilt: In Bayerns Flächenmodell profitieren teure Innenstadtlagen, weil der Bodenwert nicht zählt. In BW's Bodenwertmodell profitieren Eigentümer mit kleinen Grundstücken in günstigen Lagen.

Was bedeutet „aufkommensneutral"?

Die Reform soll insgesamt nicht mehr Steuern einbringen als zuvor. Die Gemeinden sollen ihre Hebesätze so anpassen, dass das Gesamtaufkommen gleich bleibt. Das bedeutet aber nicht, dass jeder Einzelne gleich viel zahlt — es gibt Gewinner und Verlierer der Reform.

Kann ich gegen das Modell meines Bundeslandes klagen?

Es gibt bereits mehrere Klagen gegen verschiedene Modelle (insbesondere das Bundesmodell). Der BFH hat im Dezember 2025 das Bundesmodell als verfassungsgemäß bestätigt. Individuelle Einsprüche gegen Ihren Grundsteuerwertbescheid sind aber weiterhin möglich.

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